Sterilisation per Bauchspiegelung

Sterilisation der Frau per Bauchspiegelung

Die Sterilisation der Frau mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Sterilisation) ist die am häufigsten angewendete Methode1. Die Sterilisation mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Sterilisation) wird im Allgemeinen ambulant2 in einer gynäkologischen Tagesklinik oder in einem Krankenhaus durchgeführt. In manchen Fällen ist ein stationärer Aufenthalt sinnvoll. Der Eingriff für die laparoskopische Eileiterdurchtrennung dauert in etwa 30 Minuten. Die Sterilisation wird entweder unter lokaler Anästhesie (Periduralanästhesie/PDA) oder unter Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) vorgenommen. Im Fall einer Vollnarkose während der Sterilisation per Bauchspiegelung bekommt die Patientin bis auf die Narkoseeinleitung nichts mit, weder wie ihre Bauchwand durchstochen wird noch wie ihr Bauch mit Kohlensäuregas aufgepumpt wird. Die Patientin kommt erst wieder zu sich, wenn alle Instrumente entfernt und die Sterilisation per Bauchspiegelung erfolgt ist.
Der ideale Zeitpunkt für die Sterilisation ist die erste Zyklushälfte, um eine Schwangerschaft ausschließen zu können. Denn bestünde zum Zeitpunkt der laparoskopischen Sterilisation eine Schwangerschaft, wird diese durch den Eingriff nicht abgebrochen.
Ist eine klassische Sterilisation per Bauchspiegelung nicht möglich, zum Beispiel aufgrund von Verwachsungen im Bauchraum oder zu starkem Übergewicht (Adipositas), dann wird der Eingriff durch einen kleinen Bauchschnitt (Minilaparotomie) vorgenommen. Die Sterilisation der Frau mittels Mini-Laparotomie erfordert einen Aufenthalt im Krankenhaus  von 3–4 Tagen.


Vorteile der Sterilisation mittels Bauchspiegelung

Der Vorteil der Sterilisation mittels Bauchspiegelung (laparoskopische Sterilisation) gegenüber anderen chirurgischen Sterilisationverfahren liegt darin, dass der Eingriff nur eine kleine Narbe hinterlässt und dass sich die Frau im Allgemeinen schnell wieder erholt. Zudem können während der Sterilisation per Bauschspiegelung die Bauchorgane und Beckenorgane beurteilt werden.


Risiken der Sterilisation mittels Bauchspiegelung

Die meisten Eingriffe zur Sterilisation mittels Bauchspiegelung verlaufen problemlos und ohne Komplikationen. Trotzdem sollte man sich im Vorfeld mit möglichen Risiken der Sterilisation auseinadersetzen, denn letztendlich unterschreibt man vor der Operation eine entsprechende Einwilligungserklärung oder Patientenaufklärung zur Sterilisation. Das Risiko einer Sterilisation der Frau mittels Bauchspiegelung ist höher als bei einer Sterilisation des Mannes (Vasektomie), denn diese ist weniger invasiv. Die Möglichkeit von ernsthaften Komplikationen durch eine Eileiterschwangerschaft bei einer Schwangerschaft trotz Steriliation der Frau ist ebenfalls zu berücksichtigen, denn diese tritt nach einer Vasektomie seltener auf3. Die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Endoskopie (AGE) weist sogar ausdrücklich darauf hin, dass das Auftreten einer Eileiterschwangerschaft im Falle einer Schwangerschaft trotz Sterilisation mit einer Häufigkeit von circa 50 % angenommen werden sollte4.
Das mit dem Eingriff zur Sterilisation verbundene Risiko ist ungleich höher, als wenn man sich eine Spirale zur Verhütung einsetzen lässt, die mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben kann und inzwischen eine ähnliche Sicherheit bieten kann. Dementsprechend sollte man vor der Sterilisation Überlegungen anstellen, ob eine reversible Verhütungsmethode nicht doch eine Verhütungsalternative mit weniger Risiko sein könnte. Mit der GyneFix® Kupferkette ist inzwischen auch eine hormonfreie Alternative zur Sterilisation erhältlich.


Tod der Frau nach Sterilisation

Zum einen kann es zu Überempfkindlichkeiten auf das verabreichte Betäubungsmittel kommen. Todesfälle in einer Folge einer Sterilisation sind selten. In den USA wird geschätzt, dass nach 100.000 Sterilisationen circa 1 – 4 Frauen sterben. Die meisten Todesfälle werden auf Narkosezwischenfälle zurückgeführt5.  


Weitere Risiken der Sterilisation

Es besteht die Gefahr, dass während der Sterilisation die Gebärmutter, die Blase, der Magen, der Darm oder größere Gefäße durch Operationsinstrumente, elektrischen Strom, Laser oder Hitze verletzt werden. Bei der laparoskopischen Sterilisation kann es aufgrund der Sterilisationstechnik zu einem Nahtbruch oder Narbenbruch kommen. Auch das Risiko einer Infektion ist mit der Sterilisation per Bauchspiegelung verbunden.


Die Sterilisation in wenigen Schritten

Die Sterilisation der Frau mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgt in wenigen Schritten: Entweder wird eine dünne Spezialnadel oder über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel (meist am Nabelrand) ein Führungsrohr durch die Bauchdecke gesetzt. Um während der laparoskopischen Sterilisation gute Sicht für den Operateur zu ermöglichen, wird Kohlensäuregas in den Bauchraum eingeleitet, damit dieser sich entfaltet. Nun wird durch das Führungsrohr ein optisches Instrument (das Laparoskop mit eingebautem Licht und Kamera), sowie für die Sterilisation der Frau notwendige Instrumente, in den Bauchraum vorgeschoben.  Die Sterilisation der Frau erfolgt unter Sichtkontrolle auf einem Monitor. Der zusätzliche Einsatz einer Uterussonde, welche durch die Scheide in die Gebärmutter eingeführt wird, gibt während der Sterilisation mittels Bauchspiegelung eine zusätzliche Übersicht über die Gegebenheiten im kleinen Becken.


Der Verschluss der Eileiter

Die eigentliche Sterilisation erfolgt entweder durch Verklebung der Eileiter mittels Hitze (Hitzekoagulation), Laser (Laserkoagulation) oder elektrischem Strom (Elektrokoagulation). Oder durch den Verschluss der Eileiter mit Clips, wobei sich die Clip-Methode (Hulka-Clemens Clip, Filshi-Clip mit Titan) als die Sterilisationsmethode mit der geringsten Sicherheit herausgestellt hat. Das Abbinden der Eileiter (Tubenligatur) mit Hilfe von Silikon-Gummibändern (Falope-Ring) ist ebenfalls eine Sterilisationstechnik. Eine weitere Methode zur Sterilisation ist die Durchtrennung und/oder die Teilentfernung der Eileiter. Die Enden werden dann per Hitze, Laser oder elektrischem Strom verschlossen. Manchmal werden die Eileiter bei der Sterilisation auch vollständig entfernt. Aufgrund der unterschiedlichen möglichen Methoden zur Sterilisation sollte mit dem Arzt vor der Sterilisation über die Vorteile und Nachteile der einzelnen Sterilisationsverfahren gesprochen werden.


 

  1. pro familia Broschüre „Sterilisation“ S. 13, 15. Auflage 2013
  2. ACOG Practice Bulletin Nr. 46, September 2003 erschienen in der Fachzeitschrift FRAUENARZT Nr. 3/2004 S. 205
  3. ACOG Practice Bulletin Nr. 46, September 2003 erschienen in der Fachzeitschrift FRAUENARZT Nr. 3/2004 S. 209
  4. Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE) zu Fachartikel von K. Kolmorgen, R. Lueken, A. Pfeiffer: Schwangerschaften nach laparoskopischer bipolarer Tubensterilisation erschienen im FRAUENARZT Nr. 6/2002
  5. ACOG Practice Bulletin Nr. 46, September 2003 erschienen in der Fachzeitschrift FRAUENARZT Nr. 3/2004 S. 206
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